Erleuchtet zu werden, liegt außerhalb deiner Kontrolle. Auch eine Million Dollar zu bekommen ist allein Gottes Wille und die Bestimmung des entsprechenden Körper-Verstand-Organismus. Ob du also eine Million Dollar oder die Erleuchtung willst und ob du dies erreichst, liegt nicht in deinen Händen.

Wenn du glaubst, dass es deinem Willen unterliegt, dann würde ich vorschlagen, dass du lieber versuchst, eine Million Dollar anstatt Erleuchtung zu erreichen, denn wenn du die Million Dollar tatsächlich bekommst, dann gibt es jemanden, der sich an dieser Million Dollar erfreuen kann.

Wenn du dich aber um die Erleuchtung bemühst, und sie geschieht tatsächlich, dann wird es niemanden geben, der sich über die Erleuchtung freuen kann.

– Ramesh S. Balsekar. Aus: Wen kümmert’s –

Der Verstand ist sehr aktiv. Wenn du ihn beobachtest, wirst du sehen, dass er den Akrobaten im Zirkus ähnelt. Er springt immer hin und her, beugt und dreht sich, und er kennt einige sehr erstaunliche Bewegungen. Aber er ist ein Zirkus. Er ist überhaupt nicht maßgeblich für die Realität. Vielmehr ist er eine vollständige Ablenkung von der Realität. Du wirst die Realität nie wahrnehmen, wenn du auf die Zirkusnummer des Verstandes konzentriert bleibst.

Unser Hauptaugenmerk liegt also darauf, das Interesse am Verstand zu verlieren. Es ist sehr verlockend, ihm Aufmerksamkeit zu schenken, so wie eine Zirkusvorstellung den Wunsch nach Aufmerksamkeit weckt. Aber tief in dir gibt es einen Wunsch, dich lieber auf den Wiesen rund um das Zirkuszelt niederzulassen als im Zirkus gefangen zu sein.

Also wenden wir unsere Aufmerksamkeit von den Höhen und Tiefen und dem Taumel des Verstandes auf die immerwährende Ruhe der Wiesen. (Und es passiert auch viel auf den Wiesen! Aber es ist real, und das ist etwas ganz anderes als der Zirkus.)

Wahre Stille kannst du nicht erreichen, indem du den Verstand einen Teil des Tages durch meditative Praktiken beruhigst und dann den Rest des Tages in die Geschichten des Verstandes verwickelt bist. Das ist so, als würdest du ständig in den Zirkus rein- und rausrennen. Sicher, du wirst die Ruhe der Wiese erleben und kennen, aber du bist immer noch süchtig nach dem Rummel im Zirkus. Der Zirkus bleibt für dich real. Du wirst nie frei sein durch teilweises Verweilen. Nur völliges Verweilen kann völlig befreien.

Der Verstand wird denken wollen. Du wirst zurück in den Zirkus gezogen werden. Aber eine innere Reaktion auf dieses Verlangen, sobald du es bemerkst, ist sehr hilfreich für das Erwachen. Die innere Antwort ist eine, die deine Aufmerksamkeit vom Lärm des Zirkus auf die stille Liebe zur Wiese lenkt.

Das ist der Zweck des Mantras, das ich dir gegeben habe. Es lenkt konsequent und wiederholt über den Tag hinweg deine Aufmerksamkeit vom Zirkus zurück zur Wiese, die dein wahrhaftigstes Verlangen ist.

Trage das Mantra wie eine Schicht Kleidung. Übe es den ganzen Tag, was auch immer du gerade tust. Das Mantra kann nicht zu viel geübt werden, da wir den Verstand durch den Wunsch lehren, still zu bleiben.

Hingabe ist ein Mittel, um in der Welt zu leben, während du deine Anhaftung an den Zirkus loslässt.

Der Körper bleibt erhalten, ebenso wie die Sinne Sehen, Riechen, Hören, Schmecken und Tasten. Auf diese Weise ist die Interaktion mit der Welt nicht zu vermeiden, solange das Bild der Welt im Verstand bleibt. Die Anhaftung an die Welt erschafft weiterhin das Bild der Welt und all der falschen Konzepte, die sie darstellt. Nicht-Anhaftung durch Hingabe befreit die Welt im Verstand, was eine Verlangsamung seiner Bilder und ein Verblassen der Illusion aus dem Blickfeld erlaubt.

Anhaftung hält die Welt am Laufen. Der Zirkus ist in vollem Gange. Nicht-Anhaftung lässt ihn verblassen, bis nur noch die Wiesen bleiben.

Hilfreich ist auch, jeden Tag stundenlang mit mir zu sitzen, denn meine Anwesenheit und meine Gewissheit stärken deine Entschlossenheit. Auf diese Weise bitte ich dich, mein Schüler zu sein.

Wenn der Verstand nicht in der Stille des Mantras weilt, nutze ihn für den Zweck der Hingabe. Auf diese Weise wird der Verstand immer zielgerichtet eingesetzt, und die Zehen wackeln und kräuseln sich genüsslich, wenn sie die Kühle des Wiesenbodens unter sich spüren.

Überlasse die üblichen Tätigkeiten des Tages der Hingabe, bspw. was du isst und was du anziehst, wann du schläfst, was du sagst und wann du sprichst. Solche Tätigkeiten der Hingabe zu überlassen, bedeutet, das Ego loszulassen. Denn das Ego frönt seinem Selbst, seinem Selbstgefühl, durch gewöhnliche Tätigkeiten wie diesen.

Selbst nach einer Übung der Hingabe wird der Verstand über diese Übung nachdenken wollen. Er wird stolz sein wollen, weil er zugehört hat und gefolgt ist, oder er wird die Bedeutung der Handlung analysieren, zu der du angeleitet wurdest, oder er wird sich die Ergebnisse, die Auswirkungen oder den nächsten Schritt vorstellen. All das ist eine Rückkehr zum Zirkus. Wenn du also siehst, dass dein Verstand auf diese Weise handelt, wende das Mantra an, um den Geist auf die Wiese zurückzubringen.

Frage an den inneren Lehrer: Was tue ich mit diesem starken Widerstand gegen die Übungen, die du mich bittest zu tun?

Antwort: Verstehe, dass jeder Widerstand von der Bereitschaft kommt, dass du zuvor auf den Widerstand gehört hast. Er ist ein Echo aus der Vergangenheit, das jetzt aufgegriffen und gehört wird. Ihm wieder zuzuhören, ist, wie wieder in eine Höhle zu schreien. Das Echo wird nur zurückkehren.

Man kann am Eingang der Höhle stehen und sein eigenes Echo für immer anschreien und das Echo wird nicht sterben. Es wird nur häufiger wiederkehren. Und wenn die Schreie lauter werden, wird auch das Echo lauter werden. Der Weg, das Gefühl des Widerstands zu beenden, ist, aufzuhören in die Höhle zu schreien.

Sei sanft zu dir selbst. Wenn du Widerstand spürst, übe das Mantra trotzdem ruhig und sanft. Diese Übung wird dich nicht verletzen. Und weil du der Versuchung widerstehst, in die Höhle zu schreien, wird das Echo anfangen zu sterben. Und das Üben wird dir in Zukunft leichter fallen.

– Auszug aus: The Teachings of Inner Ramana. Deutsche Übersetzung in Arbeit. –

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

-Anonymes Gebet, das dem Heiligen Franz von Assisi zugeschrieben wird –

Leere dich von allem.
Lass den Geist in Frieden ruhen.
Die zehntausend Dinge steigen und fallen, während das Selbst ihre Rückkehr beobachtet.
Sie wachsen und gedeihen und kehren dann zur Quelle zurück.
Die Rückkehr zur Quelle ist Stille, die der Weg der Natur ist.
Der Weg der Natur ist unveränderlich.
Das Wissen um die Beständigkeit ist Einsicht.
Das Nichtwissen um Beständigkeit führt zu Unglück.
Wenn man Beständigkeit kennt, ist der Geist offen.
Mit einem offenen Geist wirst du offenherzig sein.
Wenn du ein offenes Herz hast, wirst du königlich handeln.
Wenn du königlich bist, wirst du das Göttliche erlangen.
Wenn du göttlich bist, wirst du eins mit dem Tao sein.
Das Einssein mit dem Tao ist ewig.
Und obwohl der Körper stirbt, wird das Tao niemals vergehen.

– Tao Te Ching, Kapitel 16, aus dem Englischen übersetzt –

 

Das menschliche Dasein ist ein Gasthaus.
Jeden Morgen ein neuer Gast.

Freude, Depression und Niedertracht –
auch ein kurzer Moment von Achtsamkeit
kommt als unverhoffter Besucher.

Begrüße und bewirte sie alle!
Selbst wenn es eine Schar von Sorgen ist,
die gewaltsam dein Haus
seiner Möbel entledigt.
Selbst dann behandle jeden Gast ehrenvoll,
vielleicht reinigt er dich ja
für neue Wonnen.

Dem dunklen Gedanken, der Scham, der Bosheit –
begegne ihnen lachend an der Tür
und lade sie zu dir ein.

Sei dankbar für jeden, der kommt
denn alle sind zu Deiner Führung geschickt worden
aus einer anderen Welt.

– Rumi –

Das Schlimmste, was wir je getan haben,
war, Gott in den Himmel zu setzen
außer Reichweite zu stellen,
die Göttlichkeit aus dem Blatt,
das Heilige aus unseren Knochen herauszusieben,
darauf zu bestehen, dass Gott nicht explodierende Blendung
durch alles ist, was wir in harter Verpflichtung
als gewöhnlich ansehen wollen,
das Heilige von überall abzustreifen,
um es anderswo in einen Wolkenmann zu stecken,
Nähe aus dem Herzen zu reißen.

Das Schlimmste, was wir je getan haben,
war, den Tanz und das Lied
aus dem Gebet zu nehmen,
es aufrecht sitzen zu lassen
und seine Beine zu kreuzen,
ihm den Jubel zu nehmen,
seinen Hüftschwung wegzuwischen,
seine Fragen,
sein ekstatisches Jaulen,
seine Tränen.

Das Schlimmste, was wir je getan haben, ist so zu tun,
als ob Gott nicht die einfachste Sache ist
in diesem Universum
verfügbar für jede Seele
in jedem Atemzug.

– Chelan Harkin –

Mehr von dieser wunderbaren Poetin findest du in englischer Sprache hier.

„(…) Hier, wo ein gewaltiges Land um mich ist, über das von den Meeren her die Winde gehen, hier fühle ich, daß auf jene Fragen und Gefühle, die in ihren Tiefen ein eigenes Leben haben, nirgend ein Mensch Ihnen antworten kann; denn es irren auch die Besten in den Worten, wenn sie Leisestes bedeuten sollen und fast Unsägliches. Aber ich glaube trotzdem, daß Sie nicht ohne Lösung bleiben müssen, wenn Sie sich an Dinge halten, die denen ähnlich sind, an welchen jetzt meine Augen sich erholen.

Wenn Sie sich an die Natur halten, an das Einfache in ihr, an das Kleine, das kaum einer sieht, und das so unversehens zum Großen und Unermeßlichen werden kann; wenn Sie diese Liebe haben zu dem Geringen und ganz schlicht als ein Dienender das Vertrauen dessen zu gewinnen suchen, was arm scheint: dann wird Ihnen alles leichter, einheitlicher und irgendwie versöhnender werden, nicht im Verstande vielleicht, der staunend zurückbleibt, aber in Ihrem innersten Bewußtsein, Wach-sein und Wissen.

Sie sind so jung, so vor allem Anfang, und ich möchte Sie, so gut ich es kann, bitten, lieber Herr, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.

Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein.“

Auszug aus: „Briefe an einen jungen Dichter“ von Rainer Maria Rilke

Deine Ohren,
diese schönen,
winzigen Amphitheater
die jeden tanzenden Klang aufnehmen können,

diese perfekten Klangschalen,
die sanft
Musik durch dich hindurchströmen.

Deine Augen,
diese Feueropale,
juwelenbesetzte Tropfen Gottes,
die Übersetzer
der großen romantischen Sprache
des Lichts.

Dein Mund,
das heilige Gefäß
aus dem jeder heilige Klang
aus deiner Seele
hervorgebracht werden kann,
dieser hohle Raum,
der Ideen in Form schwingen lässt,
der der Liebe Form gibt.

Deine Nase,
der Gastgeber
für diesen großen Besucher –
den Duft der Rose.

Deine Haut,
diese Landschaft
der Empfindungen,
ein weiches Bett
für alle Berührungen,
die alles von dir bedeckt
auf einmal.

Lieber Mensch,
Gott hat dich nicht geschaffen
um starr zu sein und Regeln zu befolgen.

Ich meine, um Gottes willen…
wir haben Zungen,
aus reiner Sehnsucht gemacht,
um all diese Süße
zu verschlingen und zu schmecken!

Wir leben in einer sinnlichen,
duftenden Welt –
Liebes, du wurdest geschaffen, um dich zu verlieben
und diese Welt wurde geschaffen, um dich zu streicheln.

– Chelan Harkin –

Mehr von dieser wunderbaren Poetin findest du in englischer Sprache hier.

Fast 30 Jahre lang und weit über 40.000 Kilometer wanderte Peace Pilgrim, die Friedenspilgerin, quer durch die Vereinigten Staaten von Amerika. Ihr spannende Lebensgeschichte und ihre klare Botschaft vom Frieden inspiriert viele Menschen bis heute. Ihre Meditation zum Frieden ist eine einfache und kraftvolle Einladung, dich mit dem Frieden zu verbinden, der du bist.

Für die Meditation nimm dir ausreichend Zeit, schaffe dir einen geschützten Raum, in dem du mit geschlossenen Augen sitzen kannst. Gehe in deinem Tempo durch die einzelnen Schritte, bis du ein Gefühl von Frieden in dir wahrnehmen kannst. Ein schönes Ritual ist es auch, den Tag damit zu beginnen. Noch bevor du aus deinem Bett aufstehst, setze dich aufrecht hin und verbinde dich über die Meditation mit dem Frieden.

Hier nun in den Worten von Peace Pilgrim:

Ich möchte gerne diese kleine Meditation mit dir teilen. Zunächst einmal, stimmen wir darin überein, daß Gottes Schutz uns umgibt? Wisse, daß du Gottes wunderbares Kind bist, immer in Gottes Händen. Nimm Gott an… vertraue dich seinem Schutz an… es gibt wirklich nichts zu fürchten. Wisse, daß du nicht das irdene Gewand bist. Wisse, daß du nicht die selbst-zentrierte Natur bist, die dein Leben unnötigerweise beherrscht. Wisse, daß du die auf Gott ausgerichtete Natur bist. Das Königreich Gottes ist in dir, der Innewohnende Christus. Ewig und unzerstörbar. Tauche in dein wirkliches Selbst ein.

Friede… sei ruhig…und wisse… ich bin Gott.

Friede… sei ruhig…und wisse… ich bin.

Friede… sei ruhig…und wisse.

Friede… sei ruhig.

Friede… sei.

Friede…

Friede…

Friede.

Und nun, laßt uns in dem Wissen, daß wir vollkommene Kinder Gottes sind, ewig und unzerstörbar, jeder seinen eigenen Weg in Liebe gehen, aber immer im Geiste zusammenbleiben. Gott segne euch und gebe euch Frieden.

Aus dem Buch: Peace Pilgrim – Eine Pilgerin der Liebe

Ich richte mir ein Zimmer ein in der Luft
unter den Akrobaten und Vögeln:
mein Bett auf dem Trapez des Gefühls
wie ein Nest im Wind
auf der äußersten Spitze des Zweigs.

Ich kaufe mir eine Decke aus der zartesten Wolle
der sanftgescheitelten Schafe die
im Mondlicht
wie schimmernde Wolken
über die feste Erde ziehen.

Ich schließe die Augen und hülle mich ein
in das Vlies der verläßlichen Tiere.
Ich will den Sand unter den kleinen Hufen spüren
und das Klicken des Riegels hören,
der die Stalltür am Abend schließt.

Aber ich liege in Vogelfedern, hoch ins Leere gewiegt.
Mir schwindelt. Ich schlafe nicht ein.
Meine Hand
greift nach einem Halt und findet
nur eine Rose als Stütze.

– Hilde Domin –