Nirvikalpa Samadhi

Mooji erzählt die folgende Geschichte von einer großen Yogini:

Eine große Yogini war tief in Meditation versunken.

Plötzlich waren wunderschöne und melodiöse Klänge zu hören, die wie aus dem Nichts und gleichzeitig von überall her kamen. Es war wie nichts, was sie jemals gehört hatte. Sie fühlte: „Diese Musik ist wirklich wunderbar, aber sie kann nicht das sein, was ich bin, denn ich bin hier, um sie zu hören. Die Musik verblasste.

Dann erschienen die herrlichsten Farben, wie sie kein Maler malen konnte oder eine Blume je haben könnte, denn sie waren nicht von dieser Welt. Sie dachte: „Das ist wirklich erstaunlich schön. Aber es kann weder das sein, was ich bin, noch kann es wirklich sein, denn es kann nicht erscheinen, wenn ich nicht hier wäre, um es wahrzunehmen.“ Auch dieses Phänomen ignorierte sie. Kurz darauf verschwand auch dieses Phänomen in der Gegenwart ihres tiefen und unbeweglichen Schweigens.

Kurz darauf erschienen mehrere Wesen, die wie aus reinem Licht geformt waren, durch den Raum schwebten und sie liebevoll und einladend anlächelten. Sie fühlte sich zutiefst berührt und von liebevollen Emotionen erfüllt, doch innerlich bewahrte sie irgendwie ihre Fassung. „Wie tiefgründig“, dachte sie, „aber auch das kann nicht das sein, was die unveränderliche Wirklichkeit ist, denn wenn ich nicht hier wäre, wer würde sie sehen?“ Sobald diese Erkenntnis eintrat, verschwanden die Figuren.

Ihr Geist drang in ihr Herz ein und konnte keine Wirkung mehr entfalten. Es herrschte eine tiefe Stille, als ihr Geist in ihrem unteilbaren, unbesiegbaren und essentiellen Wesen verschmolz – ein Zustand, den die Yogis als Nirvikalpa Samadhi* kennen.

*Im Nirvikalpa Samadhi vereint sich das geistige Bewusstsein derart mit dem höchsten Selbst (Paramatma), dass sich die Unterscheidung zwischen Erkennendem, Erkenntnis und Erkanntem verflüchtigt, wie Wellen im Wasser verschwinden oder sich wie Schaum im Meer auflöst